Kambodscha, fotografiert, gefreut, gegessen, geschmeckt, gesehen, shoestring
16.02.08 - 11:13 Uhr
von: FCUKBoy
Birthday Cake
Wir fahren mit dem Bus zurück zum Hotel um der Mittagshitze im Dschungel zu entfliehen. Mehr oder weniger gemeinsam essen wir am Hotelpool und zum Nachtisch gibt es plötzlich eine Überraschung. Hans kommt mit einer Geburtstagstorte für unsere SushiCat. Hurra, damit hat niemand gerechnet, erst recht nicht über die Ausführung: eine bunte Buttercremetorte mitten in Kambodia. Welch süßer Nachtisch.

Tausend Tote
Dann geht es auch wieder zurück zu den Tempelanlagen. Wir passieren wieder den Checkpoint – diesmal kommt ein Security Guard in unseren Bus, und wir müssen alle unsere Tempelausweise hochhalten. DerSaimen hält seinen Ausweis auch hoch und unser Guard geht wieder hinaus. Wir fahren weiter und Gelächter breitet sich aus. Cham Nam möchte mit lachen und fragt nach, was denn los ist. DerSaimen berichtet stockend vor Lachen, er habe doch seinen Tempelausweis verloren und stattdessen einen Flyer für ein bevorstehendes Konzert hochgehalten….
Wir fahren wieder am Wassergraben von Angkor Wat vorbei und werden von Cham Nam aufgeklärt, dass dieser künstlich ist – kein Original, tausend Tote sagt er - und lacht. Auf diesem Graben und den in der Anlage verzweigten Kanälen wurden die Steine zum Tempelbau per Flöße transportiert.
Wir vor der Terrasse von Angkor Wat – eben jener, von der unser Guide morgens erzählte und wir dachten, dass wir diese nicht besichtigen.
Erfreut steigen wir aus und gehen mit gezücktem Tempelausweis an den Guards vorbei auf die Terrasse. Kristof begibt sich wieder mit einem fremden Ausweis nach draußen, um DerSaimen abzuholen. Es verläuft wie immer reibungslos – weiß, Europäer, Haare – passt scho‘, wie der Bayer sagen würde.
Angkor Wat, der größte Tempel Angkors wurde im 11 Jahrhundert auf Geheiß von König Suryavarman II. mit einer Bauzeit von 37 Jahren aus Sandstein gebaut. Dieser Tempel war dem Hindu-Gott Vishnu geweiht, bevor er in ein buddhistisches Heiligtum umgewandelt wurde.

Ungewöhnlich ist auch die Ausrichtung Tempels. So weisen die Hauptzugänge nach Westen in die Himmelsrichtung Yamas, dem Gott des Todes (während die Hauptzugänge der anderen Tempel nach Osten weisen). Daher glauben manche Forscher daran, das Angkor Wat die Grabstätte des Königs ist. Eine Grabkammer wurde bis jetzt jedoch nicht gefunden.

Nach unserem Rundgang chillen wir auf der oberen Plattform und beobachten das Treiben. Roger, unser Kameramann, interviewt lulemi vor historischer Kulisse; folkloristische Tempeltänzer posieren für Fotos; Affen kopulieren zur allgemeinen Belustigung; japanische Touristen machen Fotos – besonders ich bin ein begehrtes Fotoziel.
Hierzu frage ich Cham Nam, warum denn alle so „obsessed“ von meiner Glatze sind. Er meint, es liegt wahrscheinlich daran, dass es die Menschen an die buddhistischen Mönche erinnert – nur das ich ja offensichtlich Westler bin und keine Mönchskutte trage. Den Höhepunkt macht ein buddhistischer Mönch, der mir bei einem Rundgang erstmal so lange hinterher guckt und sich den Hals verbiegt, bis ich Ihm zu zwinker.

Als er dann auf den Stufen sitzen, kreuzen sich unsere Wege erneut. Er bleibt ca. 1,5 m vor mir stehen, greift unter seine Kutte – und holt ein Fotohandy heraus, hält es vor mich, drückt ab und geht. Amüsiert und verdutzt gebe ich mich meinem Schicksal hin, der CrazyMonk ist geboren. Zurück in Deutschland werde ich sicher ADS (Aufmerksamkeit Defizit Syndrom) haben.
Es wird spät und der Sonnenuntergang nähert sich. Diesen möchten wir trotz des dunstigen Wetters von Phnom Bakheng beobachten, also machen wir uns auf den Weg dorthin.
Von dem Haupttempel der ersten Stadt in Angkor, Yasodharapura, welcher auf dem einzigen „Berg“ der Region, dem 60m hohen Phnom Bakheng erbaut wurde, hat man eine wunderbare Aussicht über die Umgebung. Doch bevor man diese genießen kann, muss der Berg erklommen werden. Hierzu gibt es die Möglichkeit, auf Elefanten zu reiten – oder man macht es auf die herkömmliche Art zu Fuß.

Wir entscheiden uns für letzteres und folgen den Touristenmassen, welche alle einen guten Platz ergattern wollen. Auf der Spitze des Hügels erwartet uns dann der Tempel – auch dieser muss erklommen werden – riesige, schmale Stufen türmen sich vor uns und wir fangen an hinaufzuklettern. Oben angekommen wird man dann auch dafür belohnt – der Ausblick ist gigantisch. Man hat einen 360° Blick über das gesamte Areal – und bei klarem Wetter einen tollen Sonnenuntergang, welcher uns leider verwehrt bleibt. Trotz allem ein lohnenswerter Aufstieg. Das runter klettern gestaltet sich da schon schwieriger und so kraxelt man in Freeclimbing Manier die Stufen hinunter.

Am Fuße des Berges angekommen beginnt wieder dass üblich One Dollar Spiel und window shopping und wir sind froh, als der Bus gen Hotel weiterfährt.
Später am Abend gehen wir dann gemeinsam zum essen ins Dead Fish. Das Lokal würde in Deutschland wohl jedes Amt auf den Plan rufen. Zum einen befinden sich die Gäste alle auf unterschiedlichen Ebenen, ohne großartige Sicherheitsabsperrungen/Geländer am Abgrund. Um dorthin zu gelangen, steigt man von einer Ebene zur anderen, verbunden sind diese an den Ecken, über schmale Pfade und Leitern.
Neben der Toilette sind in einem Becken 2 Krokodile. Diese liegen zwar faul in der Ecke rum und das Becken ist voller dead fish, trotzdem halten wir respektvollen Abstand.
Neben unserer Plattform, auf der wir ohne Stühle an einem Bodentisch sitzen, befindet sich eine Bühne, auf der folkloristische Tänze dargeboten werden. Diese ist, wie unsere Plattform auch, ca. 2,50 m über dem Erdboden und selbstverständlich auch nicht durch Geländer gesichert.
Die Auswahl auf der Karte ist riesig, es gibt einheimisches, Thaifood und allerlei gemischte Küche, alles wählbar mit Fisch, Rind, Schein oder Huhn. Lustig ist auch folgender Hinweis in der Speisekarte: „Cultural differences may make you feel that the service that you get looks different” (Kulturelle Unterschiede können Dich den Service befremdlich finden lassen).
Der Service ist eine lustige Sache. So stehen um den Tisch 4-5 Bedienungen, welche jedoch keine Bestellungen entgegen nehmen. Wenn man bei Ihnen bestellt, wird immer der Oberkellner im Dr. Kittel (wir nennen Ihn Chefarzt) heran zitiert, er nimmt die Bestellung entgegen und gibt Sie weiter. Die Servicemitarbeiter bedienen nur.
Ich entscheide mich für ein Menü bestehend aus 3 Hauptgerichten und 3 verschiedenen Nachtischen und bin gespannt was mich erwartet. Dazu natürlich den obligatorischen Magarita. Das Essen wird serviert und es schmeckt köstlich. Rindercurry, ein Salat und gebratenes Huhn mit Gemüse finden sich in meinem Menü, das Fleisch ist zart und alle Speisen lecker gewürzt. Dazu gibt es natürlich Reis. Der Nachtisch besteht aus drei kleinen Happen, alle Gelleeartig. Das eine ist etwas aus Kokosmilch, ein klares Gelee ist fruchtig und das dritte nicht zuzuordnen. Aber alle drei sehr lecker und zuckersüß. Wie überall in Kambodia wird auch hier wieder in Dollar abgerechnet.

Dann geht es wieder zurück an den Pool, denn die nächste Geburtstagsfeier steht an. Montekete feiert in seinen 30. Geburtstag – und da er noch nicht verheiratet ist, muss er natürlich nach alter, nordischer Sitte fegen – bis Ihn eine Jungfrau mit einem Kuss erlöst. Da wir finden, dass Reis auf fegen in einem Land wie Kambodia ziemlich dekadent ist und die Einheimischen sicher not amused darüber sein werden, sammeln wir herumliegendes Laub ein und verteilen es am Pool. Als Jungfrau entpuppt sich schließlich SushiCat (na, ob wir das glauben dürfen…), vielleicht hatte Sie aber auch nur Mitleid und wollte den armen Montekete erlösen, damit dieser sein Geschenk auspacken kann.



Denn auch er bekommt von derSaimen, Frisch, hupfi76, Roger, superjule und mir einen Ratschfrosch! Begeistert stimmt er den Frosch, SushiCat packt Ihren auch aus und ein kurzes Froschkonzert ertönt.
Erschöpft von dem Tag fallen wir gegen 1 Uhr ins Bett. Morgen geht es zurück nach Thailand.
Diskussion:
Meinungen der trnd-Partner
16.02.08 - 21:41 Uhr
von: Pissimobil
Hi FCUK Boy, danke nochmals für die Bestätigung das Montekete Jungmann ist (nicht verheiratet und es nie war…) Damit ist mein Part bei TRND auch beendet. Vielen Dank nochmal für die schönen und ausführlichen Berichte ![]()
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