Bangkok, gefühlt, gehört, genossen, gerochen, geschmeckt, shoestring
13.02.08 - 8:44 Uhr
von: superjule
Aufstehen mitten in der Nacht – 6 Uhr Frühstücken. Urlaub? Naja, ich weiß ja nicht. Aber es sollte ja ein spannender Tag werden. Fahrradfahren in Bangkok. Gestern hatten wir die Möglichkeit uns von dem unmöglichen Verkehr zu überzeugen. No rules, wie wir so oft in Thailand feststellen mussten. Das mag für ein mittelständisches Europäisches Auto von Vorteil sein, aber auf einem Fahrrad zieht man da eventuell eher den Kürzeren. Jetzt glaube ich auch zu verstehen, warum wir alle eine Reiseversicherung brauchten…?
Um halb sieben stiegen wir alle in die drei Minibusse und fuhren zum Grand China Princess Hotel. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik des Fahrradfahrens, Lebenswichtigen Instruktionen und dem beruhigenden Statement „Keine Unfälle bisher“ ging es hinunter in die Katakomben – naja in die Tiefgarage. Dort warteten zahlreiche Fahrräder auf uns. Einfach Damenräder mit Korb für die meisten Damen und Mountainbikes für die Herren.

Und schon befanden wir uns auf der Straße, bogen sofort wieder ab und fuhren durch die Gassen von Chinatown. Diese Gassen waren meist nicht mehr als einen Meter breit und führten uns durch zahlreiche Hinterhöfe und das tatsächliche Leben der Thailänder in Bangkok. Wir passierten Rückseiten von Restaurants und konnten zusehen, wie Fisch ausgenommen wurde, Gemüse sortiert und geschält, wir fuhren vorbei an Familien, die draußen zusammen beim Essen saßen, Wäsche hing über uns. Es war dunkel, dreckig, stickig, faszinierend, atemberaubend und schön. Es wurde gekocht, geputzt, gegart, gebraten. Eine bizarre Mischung an Gerüchen hing in der Luft.

Schon nach kurzer Zeit machten wir die erste Pause an einem Tempel. Hier war wieder alles ganz anders. Es war ruhig, hell und sehr entspannend. Schnell für jeden ein Wasser und es ging weiter. Wir fuhren weiter durch Bangkok zum Fluss. Zwischendurch hatte man immer die Zeit Fotos zu machen. Unsere Tourguides waren zu dritt und es fuhr immer einer vorne, einer in der Mitte und einer zum Schluss.


Als wir mit dem Boot übergesetzt hatten, wurde es schon ruhiger. Die Gassen wurden heller und freundlicher und die Hektik der Großstand war wie weggeblasen.

Wir sind über Schulhöfe gefahren und haben die Kinder beim Morgenapell beobachtet bevor es an einem weiteren Tempel eine Pause gab. Hier hatten wir die Möglichkeit Mönche bei einer Zeremonie zu beobachten und jede Menge Fotos zu machen.


Nach weiteren wenigen Minuten zu Rad kamen wir an einen Bootsanleger. Drei Longtailboote sollten uns samt Fahrrädern weiter befördern. Aufregend war das. Die Fahrt war sehr erfrischend. Es war ein wenig wie als wären wir mit einer Highspeed-Gondel durch das Venedig des Fernen Ostens unterwegs. Wir fuhren vorbei an typischen Holzhäusern auf Pfählen, eingefallenen Hütten, Steinhäusern und Villen.

Nach zwanzig Minuten legten wir irgendwo wieder an, fuhren noch wenige Meter, bevor wir uns umringt von Grün sahen. Nur noch Natur: weite Felder, hohe Palmen und mitten drin ein kleiner schmaler asphaltierter Weg. Der Fahrtwind brachte Abkühlung dem Körper Abkühlung und man konnte die Seele baumeln lassen. Das Auge entspannte sich bei so satten Farben und endlich konnte man frische Luft atmen.

Lange hielt diese Idylle nicht an. Wir waren schnell gefahren und kehrten mittags in einem kleinen Restaurant direkt am Fluss ein. Dort gab es ein leckeres Reisgericht für jeden. Auf Wunsch auch in Alkohol getränkten Reis – ich verzichtete lieber.
Der Rückweg war genau so abwechslungsreich wie der Hinweg. Zuerst fuhren wir durch großzugig angelegte Wohngebiete Richtung Fluss, um dann wieder eine Fahrt mit dem Longtailboot zu genießen. Hier hatten wir noch das große Vergnügen Fische füttern zu dürfen - jede Menge Fische, wie sich schnell herausstellen sollte.


Die Strecke war eine andere und wir kamen fast wieder mitten in Bangkok an. Die letzten Meter führten uns erneut durch die quirligen Gassen von Chinatown. Diesmal fuhren wir mit dem Rad jedoch noch durch eine Markthalle – hier war schieben, gehen und fahren ein einziges Wechselspiel. Vorbei an Gemüseständen, Fischverkäufern, Blumenmädchen. Ziel war wieder das Grand China Princess Hotel. Ab in die Tiefgarage, Fahrräder abstellen und fertig….
Eine Radtour mit Co van Kessel in Bangkok ist einfach jedem nur zu empfehlen. Ein absolutes MUSS…
Diskussion:
Meinungen der trnd-Partner
13.02.08 - 16:28 Uhr
von: FCUKBoy
Gab es nicht noch den Hinweis “Nicht bremsen” o.ä.? ![]()
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