Bangkok, fotografiert, gefreut, gefühlt, gegessen, gelitten, genossen, gerochen, geschmeckt, gesehen, getrunken, shoestring
05.02.08 - 22:47 Uhr
von: jaxxs
Seit Tagen frisst sich ein grauer Himmel ins Gemuet. Heute scheint erstmals die Sonntagssonne. Super! Sonnenbrille auf, hinein in die Flipflops, raus an den Strand. Fatal Error! Fatal Error! The System will destroy itself in 31 seconds …30, …29, …28, …27. Ich gehe schnell wieder in hoch, schaue in den Spiegel und sehe, wie meine Sommersprossen und die Urlaubsbraeune von Sekunde zu Sekunde verblassen.
Was nicht verblasst, sind die Erinnerungen an den besten Urlaub der Welt: Als ich mit Shoestring in Thailand und Kambodscha war… Getestet und für überaus empfehlenswert befunden.
20.01.2008 – Der langersehnte Tag – Abflug in den geschenkten Urlaub. Meine Rolle: Urlaubstester.
Ich sitze bereits seit 5 Stunden am Flughafen Frankfurt Main. Da erblicke ich die ersten anderen der 16 Urlaubsreisetester. Noch schnell einen Kaffee von Mc Donalds geholt, damit das Koffein die Müdigkeitserscheinungen lindert. Es reicht ja, wenn man erst nach dem Kennen lernen den ersten schlechten Eindruck hinterlässt.
Die Angestellte am Counter fragt mich: Zum hier trinken oder TO GO? Was? Wo liegt denn der Unterschied? Porzellantasse oder Pappbecher? To Go, sage ich. Aha, ich bekomme einen Deckel zum Kaffee. Sie hätte also auch fragen können: Mit oder ohne Deckel. Aber wo kämen wir denn da hin?
Zwischenstation Dubai.
Die ersten Namen sind gemerkt. Die Gruppe ist bunt zusammen gewürfelt, aber sehr sympathisch. 3 Stunden Zwischenstopp in Dubai. Alles glänzt und funkelt, der Flughafen zeigt dem Besucher trotz großem Ausländeraufkommen, dass er nicht in Berlin Neukölln ist, sondern im Prunkemirat Arabiens. Wir wollen die VIP Lounge unserer Fluggesellschaft Emirates wenigstens einmal sehen. So schnell, wie wir unter einem erhabenen Lächeln und einem zugedrückten Auge hereingelassen werden, zitiert man uns wieder hinaus, als wir uns frech auf den goldbeschlagenen Stühlen niederlassen. Punktabzug in Sachen Gastfreundlichkeit. Das nahe gelegene Irish Pub heißt uns willkommen und das erste Bier stärkt die Reisefreundschaftsbände. Ein Hoch auf die Iren!
Wir erreichen unser Hotel, die Buddy Lodge (http://www.buddylodge.com/). Das beste Hotel auf der Khaosan Road in Bangkok, heißt es im Prospekt. Das kann nur stimmen, denn der Pool, die schönen Zimmer und die hoteleigene Bar mit Live Music sind kaum zu übertreffen. Zunächst machen wir uns auf, um Bangkok einmal selbst zu erkunden. Die Khaosan Road spürt vor Leben, alles ist möglich: Einkaufen, Essen, Trinken, TukTuk erhaschen, Haare flechten lassen, Tattoos bekommen und Ping Pong (Zu Erläuterung dieser Vergnügungsart sei auf den nächstbesten Sextouristen verwiesen). Wir verlassen die Gegend und ziehen vorbei an Kuriositäten des thailändischen Lebens: Mitten auf dem Gehweg schlafende Thais, arbeitende Frauen, untätige Männern, Fischen in Pflanzenkübeln, heilige Figuren in Pickup Trucks, Katzen auf Verkaufstischen, zu Elefanten gestutzten Hecken. Bei unserem ersten realen Thai-Essen mit echtem Thai-Bier lassen wir die Eindrücke auf uns wirken und genießen unser Glück bei abendlichen Sommertemperaturen.
Die Khaosan Road erscheint bei Nacht wie eine unwirkliche Welt. Es ist eine Mischung zwischen Ballermann, dem Space auf Ibiza, arabischen, überfüllten Märkten und einem internationalen Volksfest. Wir kehren in eine Bar mit guter Live Music und schlechten Cocktails ein, von der wir auf die Khaosan blicken können. Das normale Leben scheint hier nicht zu existieren.
Gegen Mitternacht liefen wir zum Hotel. Silke, meine Zimmergenossin, Lisa aus Berlin und ich entschließen uns spontan zu einem letzten Bier im Hotelclub, in dem gerade von einer thailändischen Band „Ring my bell“ gecovert wird. Wir sind die einzigen Ausländer und mit jeder Minute werden die Thais ausgelassener und ausgelassener – was sicher auch an den Whiskeyflaschen auf den Tischen lag. Aus einem Bier werden mindestens 4 und wir vergessen fast, dass wir um 6 Uhr am nächsten Tag zum Frühstück erscheinen sollen. Wir opfern uns also, um am Ende der Reise viel erzählen zu können. Oder wie interessant fändet Ihr es, wenn ich Euch jetzt erzählt hätte, was ich in dieser Nacht geträumt habe.
22.01.2008-02-03
6 Uhr. Mein Gott, habe ich ein paar Kopfschmerzen! Habe nicht mehr als 2,5 Stunden geschlafen. 6.25 Uhr. Komische Blicke der anderen. Verschlafen? Ja, das wäre mir am liebsten gewesen. 6.30 Uhr Abfahrt. Gegen 7 Uhr auf dem Fahrrad. 7.30 Uhr. Ich wanke auf meinem Fahrrad durch Chinatowns enge Gassen. 7.45 Uhr. Ein großes Sortiment von stinkendem Fisch auf dem Weg bringt mich fast zum Fall. 8.00 Uhr. Der Fahrtwind verwandelt meine unerträglichen Kopfschmerzen in erträgliche Kopfschmerzen. Bangkok zieht an mir vorbei – Tempel, Eisenschrott, Hunde, heilige Bäume, ein Fahnenappell auf dem Schulhof (Zugegebenermaßen etwas pervers: Wenn ich mir vorstelle, damals beim obligatorischen Fahnenappell im Osten hätte eine Gruppe von thailändischen Touristen auf ihren Rädern Halt gemacht und uns Knirpse beobachtet, wie wir Erich Honecker unsere Ehre erweisen, so mutet das doch wirklich komisch an), ein Markt der Einheimischen, herumlungernde Thais. Bald erreichen wir unsere nächste Etappe: 3 Longboote bringen unsere Reisegruppe in die entlegenden Gegenden Bangkoks. Vom Wasser aus sehen wir thailändische Villen, Tempelanlagen, Wasserbriefkästen, tropische Blumen, heruntergekommene Häuser, Palmen. Als wir aussteigen und uns wieder auf die Räder schwingen, verwandelt sich das Bild: Endlose, erhöhte Betonpfade führen uns durch eine andere Welt.
Die sattgrüne Natur sieht harmonisch aus, Bauern- und Fischerhäuser, bestellte Felder, Moraste und Blumen zieren den Weg. Wir fahren durch himmlische Ruhe, fernab der gefüllten Stadt. Bald wartet schon unser Mittagessen auf uns. Am Wasser nehmen wir auf Holzbänken Platz und bekommen ein traditionell in Töpfen, die wir auf den Schrott werfen würden, gebrautes fettiges, doch schmackhaftes Mahl serviert. Das ist Freiheit! Auf dem Rückweg in die Stadt liefern sich unsere schnellen Boote ein Rennen. Als wir zurück in der Stadt sind, schenkt mir eine der Frauen, die Chilis verlesen, zwei der tückischen Schoten. „Bite!“, sagt sie. Klar, Du denkst wohl, ich bin so blöd wie ich weiß bin?! Stattdessen gebe ich eine Schote Manuel und wir beißen beide ein Stückchen ab. Dieses Spiel wird zur Mutprobe und wir beißen immer wieder ein kleines Stück ab. Meine Lippen werden langsam taub, aber wenigstens ernten wir von den Thais, die uns beobachten, echte Bewunderung.
Dann neigt sich die Tour zum Ende. Beeindruckt von der Vielfalt Bangkoks geht es zur nächsten Attraktion: Dem … Tempel. Zugegebenermaßen ist mein Auffassungsvermögen fast vollständig verschwunden, ich weiß nicht mehr wie er heißt, aber er ist wohl wichtig. Und auch schön. Nicht so schön ist das durchgeschwitzte Hemd, das Frauen überziehen sollen, um die Schultern zu bedecken. Silke und ich entscheiden uns, wieder zum Hotel zu fahren – mit einem Tuk Tuk. Das ist eine Art Moped mit integriertem Sitzanhänger und lebensmüden Fahrern, die völlig überteuerte Preise verlagen, um dir ein Nahtoderlebnis beizubringen. Ich sage nur ein: Tuk Tuk-Fahrer - verschwindet aus meinem Leben!
Der Nachmittag gestaltet sich ruhig. Freizeit. Das heißt also, ab in den Pool auf dem Dach, shoppen, essen, Thaibier trinken, Massage (1 Stunde für ca. 5 Euro), Bett. Ein wunderbarer Tag geht zuende. Ist der noch zu toppen, frage ich mich im Bett? Ja, das war er…
Diskussion:
Meinungen der trnd-Partner
07.02.08 - 13:39 Uhr
von: FCUKBoy
Haha stimmt, ihr wart ja noch in der Hotelkneipe. Ich erinner mich an die zerknautschten Gesichter im Frühstückraum ;))
Schön wars… ![]()
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